Am 14. August spricht der Reet-Fachmann Ole Jedack im Lehmmuseum Gnevsdorf über Gestaltung, Pflege und Sanierung von Reetdächern. Ab 19 Uhr erläutert der Bad Oldesloer die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannte Technik. Neben dem Bauen mit Lehm ist das Decken von Dächern mit Reet eine der ältesten Handwerkstechniken beim Hausbau. Bereits um 4000 v. Chr. gab es die ersten nachgewiesenen Reetdächer, vor allem im norddeutschen Raum mit Küstennähe. Ole Jedack kommt vom norddeutschen Familienunternehmen Hiss Reet Schilfrohrhandel, das sich bereits seit 1833 dem nachwachsenden Rohstoff widmet und heute Deutschlands größter & ältester Spezialist für Schilfrohr ist.
Das Lehmmuseum Gnevsdorf ist selbst in einer reetgedeckten Feldsteinscheune untergebracht. Die sogenannte Seemann-Scheune ist das einzige gut erhaltene mit Reet gedeckte Gebäude in Gnevsdorf. Es ist Ortsbild prägend und identitätsstiftend. Im Zusammenspiel mit den im Museum ausgestellten Lehmbau-Techniken ist es ein wegweisendes Beispiel für nachhaltige Architektur. Mit dem Vortrag möchte das Lehmmuseum das Wissen um dieses historische Handwerk fördern. Und gleichzeitig fachliche Hintergründe für die anstehende Sanierung des in die Jahre gekommenen Museumsdachs liefern, das dank der Mittel aus dem Bürgerfonds dieses Jahr saniert wird. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Spenden für das ehrenamtlich geführte Lehmmuseum sind herzlich willkommen. lehmmuseum.de [Foto: H. Miska]
Termin: 14. August, 19 Uhr
Ort: Lehmmuseum Gnevsdorf, Steinstraße 64a, 19395 Gnevsdorf
Öffnungszeiten Lehmmuseum:
1. Mai bis 3. Okt., Donnerstag – Sonntag 13 – 17 Uhr sowie auf Anfrage