Die Statuetten „Jochen Nüssler“ und „Unkel Bräsig“ des Lübzer Schriftstellers und Bildhauers Paul Warncke sind Nachbildungen der Protagonisten aus Fritz Reuters Werk „Ut mine Stromtid“ und wurden ihm zu Ehren erschaffen. Bisher galten beide Skulpturen als verschollen, vor Kurzem hat Gerlinde Block eine von ihnen gefunden.
Seit 2 Jahren bietet sie in Lübz plattdeutsche Stadtführungen als Herzogin Sophie an. „Dabei erwähne ich auch Paul Warncke und habe immer behauptet, dass seine Statuetten ‚Unkel Bräsig‘ und ‚Jochen Nüssler‘, verschwunden seien“, erzählt die Lübzerin, die auch als ehrenamtliche Vorlesepatin für die Stadtbibliothek tätig ist.
Durch Zufall hat sie die Statuette „Jochen Nüssler“ beim Historiker Fred Ruchhöft in Plau entdeckt und vom ersten Moment stand für sie fest: Jochen Nüssler gehört zurück in seine Heimatstadt Lübz.
„Ich habe spontan Spenden gesammelt, um die Statuette zu erwerben. Allen Spendern sage ich herzlichen Dank, ein besonderer Dank geht an die zwei Mädchen, die spontan ihr Taschengeld geopfert haben, sowie an das Plattdeutsch-Café ‚De olle Plattdüütsch Schaul‘ und das Kosmetikstudio Margit Dühring.“
Gerlinde Block stellt fest: „Paul Warncke war Ehrenbürger unserer Stadt, aber alles, was an ihn erinnert hat, ist verschwunden: die Gedenktafel an seinem Geburtshaus, die Büste im Rosengarten und die Paul-Warncke-Straße, die inzwischen umbenannt wurde.“
Sie hofft, dass durch die Rückkehr der Jochen Nüssler-Statuette das Lübzer Stadtmuseum Amtsturm, an das die Skulptur übergeben wurde, um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden ist und weitere Besucher anlockt.
Auch der NDR veröffentlichte ein Interview mit der Lübzerin. Die Radiosendung finden Sie hier.